Persönlicher Erfahrungsbericht mit Ayahuasca – Teil zwei

(Hier findest du den ersten Teil meines persönlichen Ayahuasca-Erfahrungsberichts…)

Meine innere Stimme war eigentlich eindeutig: „Nimm genau die gleiche Menge Ayahuasca wie gestern, das war perfekt!“

Doch weil meine Erfahrungen in der bunten Spirit World gestern Nacht so unbeschreiblich schön und positiv waren, wollte ich dieses Mal etwas mehr nehmen, eine Menge, die von unserem schamanischen Reiseleiter Marc als „normale Dosis“ bezeichnet wurde.

Ich glaube, mein Verstand verführte mich zur Selbstüberschätzung. Oder waren es nur meine gesetzten Erwartungen? Ich ging nämlich davon aus, mehr oder weniger die gleiche (oder doch zumindest eine ganz ähnliche) innere Welt bereisen zu dürfen.

Vielleicht lag es auch an der für meinen Geschmack viel zu leisen Klangathmosphäre zu Beginn der Zeremonie, denn das sogenannte “Setting” hat einen sehr großen Einfluß auf das innere Erleben mit Ayahuasca.

Oder es lag an meinem vorher auf einen Zettel aufgeschriebenen Wunsch, was ich in der heutigen Zeremonie mit „Mutter Ayahuasca“ erleben wollte: Das Beseitigen aller Blockaden in meinem Leben, die mich von innerer göttlicher Freude abhielten!

Wer nicht auf seine innere Stimme hört…

Jedenfalls wurde ich innerhalb von nur wenigen Minuten wie mit einem Katapult in die Welt der inneren bunten Bilder geschossen, und es sah dort dieses Mal nicht so angenehm und freudig aus wie in der Nacht zuvor.

Ich sah wabernde fraktalartige, geometrische Strukturen, immer in Bewegung. Die Farben waren so knallig grell, dass das Hinsehen mit geöffneten Augen wehgetan hätte.

Irgendwo in diesen fließenden Strukturen tauchten Augenpaare auf und flogen auf mich zu. Sie wirkten in keinster Weise bedrohlich, eher freundschaftlich, doch sie riefen, nein sie schrien mir ganz ohne Worte ins Gesicht und zeigten mir dabei sprichwörtlich die lange Nase: „Siehst du, was du bekommst, wenn du nicht auf deine innere Stimme hörst??! Jetzt ist es zu spät… Da musst du jetzt durch. Schau genau hin, was wir dir zeigen!“

Es schmerzte mich, dass ich nicht wieder die vertraute organische Welt der Tiere und Pflanzenwesen von gestern Nacht sehen konnte, sondern etwas so vollkommen anderes, so Unerwartetes, Unbeschreibliches.

Kann man Geduld eigentlich lernen?

Es gab nichts Bedrohliches an den Szenen, die mir erschienen, dennoch war ich angespannt, nervös und ärgerlich über mich selbst. Ich öffnete meine Augen, flüsterte Marcs Namen und er kam zu mir, fragte mich, ob alles in Ordnung wäre.

„Es ist sehr intensiv… Kommt bald eine andere Musik?“, fragte ich ihn. Er bat mich um ein bisschen Geduld, die Musik würde gleich beginnen. Wenn ich ja eines nicht habe, dann ist es Geduld. 🙂

Marc spielte dann auf einer Maultrommel, ein kleines Instrument, das im Mundraum überaus kreative und ungewohnte Obertöne produzierte. Es war nicht die erhoffte Musik, aber die inneren bunten Bilder sahen absolut spektakulär aus!

Ich sah die Klangwellen des Instruments in drei Dimensionen, jeder neue Ton waberte sich durch das Feld, sprang dabei vor und zurück. Wunderschön und kunstvoll! Aber keine Musik, die zu meinen Erwartungen passte.

Ich versuchte mich an meine Situation zu gewöhnen, versuchte es anzunehmen wie es ist, denn es war ja eigentlich alles in Ordnung, wenn auch viel zu grell und bunt…

Gemeinsames Frühstück am nächsten Morgen

Der innere Druck baut sich auf

Atmen, atmen, atmen, das half. Ich ließ meinen Oberkörper kreisen, bewegte mich mit den Tönen, ließ die Bilder kommen und intensiver werden. Der erste Teilnehmer in unserer Gruppe hing schon über seiner Spucktüte und auch bei mir braute sich der erste Druck im Magen zusammen.

Doch es war noch nicht intensiv genug, ich musste noch tiefer eintauchen in diese Bilder, die ich mir nicht gewünscht hatte. Das akustische Erlebnis wurde kreativer, die Klangwellen tanzten lustig umher und ich ging tiefer in meine Bilder, ergab mich meiner Situation, ließ los und ging tiefer, tiefer und tiefer…

Nach einer gefühlten Ewigkeit griff Marc zu seiner Gitarre und begann die ersten langsamen Akkorde. Ja, das war fast schon Musik, endlich! Mein innerer Druck baute sich immer mehr auf, ich griff zu meiner Spucktüte.

Mein Körper war nur halb zu spüren, doch er war da, ich hatte noch Kontrolle über meine Hände und konnte mir meine Tüte zurechtlegen, erwartungsvoll, denn ich wollte die in meinem Inneren aufgestauten Emotionen herauslassen, wollte mich befreien.

Es sollte noch eine ganze Weile dauern. Ich arbeitete intensiv an meinem inneren Gefühlsdruck. Endlich kam „richtige“ Musik. Dazu hörte ich die ersten Trommelschläge eines anderen Gruppenteilnehmers.

Ich war dankbar für das Trommeln, denn es gab mir die nötige Kraft alles herauszulassen. Ich würgte und würgte und endlich ließ ich los, es kam heftig und laut aus mir, ich befreite mich vom inneren Druck und damit auch von den Bildern, die ich nicht gerufen hatte.

Dann war es gut. Ich zwang mich, noch einmal in meine Tüte zu schauen, dieses Mal war das nicht so leicht, bedankte mich für die Erfahrung und für das, was ich loslassen konnte, schnürte die Tüte zu und wankte zum Abfalleimer hinüber.

Mein ganzer Körper zitterte vor elektrischer Energie, doch ich fühlte mich friedlich und erlöst, konnte mich endlich hinlegen, die lebendige Musik genießen und die Bilder beobachten, die sie in mir auslöste.

Musik als Medium zum energetischen Austausch

Alles war gut, ich hatte meine innere Arbeit getan. Die Musik war mitreißend herzlich und freudig. Nach einer Weile begann ich leise mitzusingen, meine Finger tanzten den Rhythmus dazu.

Ich setzte mich wieder hin, wollte mitwirken, stand auf und suchte nach einem bunten Rassel-Ei. Schließlich fand ich es, kam zurück auf meine Matte und war stolz wie ein kleines Kind, das gerade ein neues Spielzeug gefunden hatte.

Ich schäkerte und schüttelte das mit Körnern gefüllte hölzerne Ei, suchte auf intuitive Weise meinen ganz eigenen Rhythmus, versuchte mich zu verbinden mit den Gitarrenakkorden von Marc und den Trommelschlägen eines unserer Gruppenteilnehmer, was mir gar nicht so leicht fiel.

In diesen Minuten lernte ich viel über die energetische Dynamik in der Gruppe unter dem Einfluss von Ayahuasca. Bisher hatte ich mich fast vollständig auf mein inneres Erleben konzentriert und nur wenn absolut notwendig mit der materiellen Welt interagiert. Dies erschien mir natürlich und ich hatte auch genug damit zu tun, mein eigenes Erleben zu beobachten und damit innerlich zu arbeiten.

Jetzt öffnete ich mich zögerlich und vorsichtig auch für die anderen Gruppenteilnehmer. Musik war das Medium, das uns miteinander verband, über das wir uns energetisch austauschten.

Jedes Schäkern mit meinem Rassel-Ei löste einen gewaltigen Energiestoß aus, den ich fühlen und mit geschlossenen Augen auch sehen konnte. Dazu spürte und sah ich von einer Seite die Energie der Trommel und von der anderen Seite die Energie der Gitarre und von Marcs Gesang.

Es war eine sehr ungewohnte Erfahrung, ich war Teil einer musikalisch-energetischen Gruppendynamik! Die Klänge hatten eine mehrdimensionale Komplexität, die in der materiellen Welt nicht möglich wäre.

Fürs erste war es genug und ich legte das Rassel-Ei  wieder zur Seite. Marc spielte noch eine ganze Weile seine eigene Musik und wechselte dann etwas später zu einem Lied von seinem Computer. Es war das bekannte Mantra: Hare Krishna, hare Krishna, hare Rama, hare Rama, gespielt von Krishna Das.

Universal Energy Creations mit Ayahuasca

Bei diesem überaus gefühlvollen Lied (ich bekomme Gänsehaut und Tränen in den Augen, wenn ich es jetzt wieder höre!) verspürte ich eine große Lust, meine Energie- und Heiltechnik Universal Energy Creations auszuprobieren. Ich kniete mich mit geradem Oberkörper auf meine Matte und begann beim nächsten Einatmen mit der UEC Energiefluss-Übung

Und das Erleben war unglaublich intensiv! Ich konnte die Aura der Energie, die ich mit meinen Händen und meinem Atem kreierte nicht nur fühlen, sondern sie mit geschlossenen Augen auch ganz deutlich sehen. Und ich verstand, wie absolut real diese Energien sind!

Die anderen Gruppenteilnehmer bemerkten meine Bewegungen und verspürten aus irgendeinem Grunde die Lust, ebenfalls mit Energiekugeln in ihren Händen zu spielen… Wir wirbelten zur Hare Krishna-Musik alle mit Energien im Raum umher… Es war ein Bild für die Götter, schade dass es davon kein Foto gibt. 🙂

Anschließend sandte ich noch einige UEC Energiesphären aus, jedoch nur sehr zaghaft, da ich den Eindruck hatte, alles wäre hundertfach verstärkt und ich wollte mit dieser energetischen Wucht erstmal ganz vorsichtig experimentieren. Wer weiß, was ich sonst damit anstellen würde…

Wie wird sich UEC in der Zukunft weiterentwickeln?

Nach diesem tiefen und schönen Erlebnis war ich bereit, Mutter Ayahuasca nach der Zukunft von UEC zu fragen. Auch solch eine innere Frage kann sich unter dem Einfluss von DMT so anfühlen, als wenn ich sie in meine innere bunte Bilderwelt hinausbrüllen würde…

Ich verspürte dann den Wunsch, etwas in das vorher zurechtgelegte Notizbuch zu schreiben. Zunächst übte ich das intuitive Schreiben, indem ich eine lustige Buchstabenlogik mit dem Vornamen meiner Frau auf Papier brachte, die mir gerade in den Sinn gekommen war.

Das Schreiben war ungewohnt, aber durchaus machbar. Also wartete ich gespannt auf eine intuitive Eingebung. Dann schrieb ich „UEC Believer“ ins Notizbuch, und wartete einen Moment, bis ich eine erste Ziffer verspürte, die ich notierte. Dann wollte dahinter eine Null aufgeschrieben werden. Und dann noch eine. Dann zögerte ich… Wirklich jetzt? NOCH eine Null? Ja, die Antwort war sehr deutlich. Ich schrieb sie auf.

Wow, eine so hohe Anzahl der zukünftigen UEC Believer hatte ich nicht erwartet! Die Antwort berührte mich tief in meinem Inneren. Ich war erschrocken („Ist das wirklich realistisch? Ist das machbar?“), doch ich spürte intuitiv, dass die Eingebung genau richtig und gut war. Und ja, es ist möglich, dieses hohe Ziel zu erreichen.

Weiter schrieb ich dann „UEC Practitioner“ und notierte dahinter eine neue Zahl, die für den noch teilweise vorhandenen logischen Teil meines Gehirns schier unglaublich klang. Dennoch war das Verhältnis der beiden Zahlen untereinander wiederum sehr logisch. Nur diese Höhe hatte ich einfach nicht erwartet.

Kreativ-intuitive Planung

Vor einigen Tagen hatte ich mir bereits ein Konzept aufgeschrieben, wie ich die Energie- und Heiltechnik in Zukunft weiter verbreiten wollte. Ich versuchte mich, darauf zu konzentrieren und schrieb die wesentlichen Stichworte des Konzepts erneut auf, prüfte dabei innerlich bei jedem Wort, ob es sich stimmig und richtig anfühlte.

Es kamen neue Erkenntnisse und kleine Details hinzu, die ich vorher nicht gesehen hatte. Sehr schön! Alles zusammen ergab es einen sehr runden Plan. Genug zu tun für die nächsten Monate oder vielleicht Jahre… Und ja, damit ist es möglich, die Masse an Menschen mit meiner Energie- und Heiltechnik zu erreichen.

Ich bedankte mich ehrfurchtsvoll für diese Botschaften, legte das Notizbuch zur Seite und versuchte, wieder in die innere Bilderwelt einzutauchen.

Spiel es noch einmal, Sam!

Nach einer Weile des inneren Schauens und mehr genussvollem Musikerlebens bat ich Marc um ein zweites Gläschen Ayahuasca.

Noch etwas geschafft von der ersten Dosis wollte ich dieses Mal das andere Extrem probieren: Was, wenn ich nur 5 Gramm trinke, vielleicht verstärke ich damit die Bilder genug und erspare mir sogar das anschließende Erbrechen?

Doch scheinbar gab es noch mehr zum Loslassen für mich… Es folgte eine tiefe innere Arbeit mit neuen Bildern und dem wieder stärker werdenden Wirbelsturm in meinem Magen. Ich kann mich heute beim Schreiben dieser Zeilen nicht mehr an die Bilder erinnern, die ich sah. Es war wiederum nichts Bedrohliches und auch nichts allzu Düsteres. Aber ich hatte gut zu tun, es war ein innerer Prozess, der immens wichtig war zum vollständigen Loslassen.

Es gelang mir schließlich und ich wusste, heute Nacht brauche ich das nicht noch einmal zu wiederholen. Jetzt nur noch friedliches Bilderschauen! 🙂 Durch die zweite, recht niedrige Dosis DMT gab es auch genau das, ohne weitere tiefe Einsichten.

Zum Abschluss noch eine Feuer-Zeremonie

Doch das passte gut, denn nach einer Weile zündete Marc draußen im Garten seiner Finca ein Feuer an und wir versammelten uns darum. Wir hatten alle unsere Zettel mitgebracht mit dem Wunsch, was wir heute loslassen wollten.

Einer nach dem anderen ging zum Feuer, um symbolisch zu verbrennen, was losgelassen werden wollte. Die innere Arbeit dafür war ja bereits getan, die Gabe ins Feuer spiegelte nur noch einmal, was wir erlebt hatten.

Wir saßen dann um das Feuer herum und sinnierten, wie oft wir in früheren Leben wohl bereits so am Feuer gesessen haben. Es war für uns alle ein schöner Ausklang der Zeremonie, die wir anschließend drinnen nochmal mit Musik abrundeten.

Was ich lernen durfte

Ich bin auch heute noch dankbar für diese superspannenden Erfahrungen der zweiten Nacht mit Ayahuasca. Ich konnte lernen, energetische Bewegungen deutlicher und realer zu spüren und mit ihnen besser umzugehen. Ich lernte auch, die innere Verbundenheit zielgerichtet für kreative Intuition zu nutzen. Und ich habe (auch noch in einigen anderen Situationen, die ich hier nicht beschrieben habe) einiges über mein Manko der fehlenden Geduld lernen dürfen.

Und über allem stand das große Loslassen, das mich auch mehrere Tage nach diesem Wochenende noch genauso befreit und glücklich fühlen lässt wie in dieser Nacht.

Die heilenden Erfahrungen mit Ayahuasca finden nur zu 50% in der Zeremonie selbst statt. Die andere Hälfte der Arbeit beginnt danach, bei der Integration der neuen Erfahrungen ins tägliche Leben. Das ist auch eines der Gründe für meine beiden Blog-Artikel mit diesem „Reisebericht“. Vielen Dank, dass du mir zuhören mochtest.

Ayahuasca ist sicherlich nicht für jedermann, aber vielleicht hat es ja dein Interesse geweckt, dich noch etwas tiefer damit zu beschäftigen. Du kannst mir gerne jederzeit dazu schreiben, wenn du Fragen hast.

Und wenn du einen guten schamanischen Reiseleiter suchst, um auch selbst diese innere Befreiung zu erleben, dann kann ich dir die monatlichen Zeremonien von Marc auf Teneriffa wirklich sehr empfehlen. Hier findest du seine englischsprachige Facebook-Seite!


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