Worte sind Kelche

Ein Gastbeitrag von Kai Böhler

Jedes Wesen ist reine Energie, reiner Ausdruck des All-Einen, strahlt in eigenen Farben und klingt in eigenen Tönen, unverwechselbar, einzigartig.

Jede und jeder von uns strahlt und klingt, ist unverwechselbar, einzigartig, wunderschön.

Neben dem Körper und den Empfindungen steht uns der Verstand als Ausdrucksmittel zur Verfügung.

Unser Verstand hat in seiner Zeit der Herrschaft unsere Blickrichtung verengt auf das Beschreibbare, das Sichtbare und Anfassbare. Nichts kann verborgen bleiben, alles wird denkend sichtbar gemacht, in Worte gefasst, eingeordnet und gespeichert, wenn nicht jetzt, dann später.

Es gibt Traditionen, die den Sündenfall Adams im Verteilen der Namen für die Wesen und Dinge sehen.

Dass unser Verstand von uns ausprobiert wurde, war ein Evolutionsschritt. Mit ihm entstand das Ich. Ich gebe den Dingen und Wesen einen Namen, unterscheide sie voneinander und von mir. Beschreibe sie in ihren Eigenschaften und Qualitäten. Ich mache sie mir beschreibend zu eigen.

Sie sind, weil ich sie unterscheide. Ich bin, weil ich unterscheide. In warm und kalt, in hoch und tief, in hell und dunkel, in männlich und weiblich. Sie sind, weil ich sie in ihren Zusammenhängen sehe. Unterscheidend, denkend und sprechend erschaffe ich die Wirklichkeit.

Mit der Unterscheidung kam die Wertung. In falsch und richtig, in nah und fremd, in Freund und Feind, in mächtig und machtlos. Wer das, was wirklich ist, beschreiben kann und wer sagt, was wirklich ist, hat die Macht, sich diejenigen zu unterwerfen, die ihm zugestehen, dass er beschreiben darf und die Wirklichkeit benennen kann.

Ein Kampf begann um das, was gedacht und gesagt werden soll und darf.

Für jedes gab es ein Wort. Die Worte wuchsen zur Wirklichkeit, wurden zu Sätzen und zu Geschichten.

Waren sie verwoben in Belehrung, Wertung, Urteil, erschufen wir Gespenster, Ungetüme, kugelhafte Wesen, die unseren Glauben brauchten, dass sie sich nähren können.

Verwoben wir sie mit unserer Sehnsucht und unseren Ahnen, schufen wir ebenso Gebilde von großer Schönheit, Reinheit und Klarheit, die uns strahlend entgegentraten.

Wir glaubten, dass Worte wahr werden und sie wurden es. Wir staunten über diese Macht. Und probierten alles aus, was möglich ist.

Wir verachteten den Körper, vergaßen das Gefühl, nahmen beide als minderwertig wahr und ordneten beiden die Rolle der Diener des Geistes zu. In gleicher Weise verfuhren wir mit den Wesen und Dingen, die in unseren Augen ohne Verstand sind.

Gott wurde männlich, lenkend, allmächtig. Es galt, ihn zu besänftigen, ihn zur Idee werden zu lassen und ihn als Gedachtes zu entlarven und zu stürzen um ein Neues an seine Stelle zu setzen.

Der letzte Schritt war die Erkenntnis, dass Worte beliebig einsetzbar sind, um alternative Wahrheiten wie mit Zauberhand entstehen zu lassen. Wer am lautesten schrie, hatte Recht.

Nun stehen wir da und streiten und fühlen uns verloren.

Wunderbar.

Denn wir sind an die Grenze unseres Denkens gestoßen.

Zunehmend sprachlos.

Wunderbar.

Denn nun erfahren wir in der Stille den Klang der Worte neu.

Hören den Gesang der Wesen und Dinge.

Und merken, dass der Verstand uns hilft zu verstehen, was uns zugerufen wird. Er übersetzt.

Und antwortet in Behutsamkeit, indem er aus den Worten wählt, was stimmig ist, frei und klar.

Das Wort klingt und tönt und schwingt und trägt unser Empfinden und unser Herzenslied zu den anderen.

 


 

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